Was taugen natürliche Mittel gegen Zecken?

Natürlicher Schutz vor Zecken z.B. mithilfe von Bernsteinketten, Kokos- oder Teebaumöl und Knoblauch soll Katzen die Chemiekeule ersparen. Viele Katzenhalter berichten von positiven Erfahrungen – auf eines dieser Mittel sollten Sie aber unbedingt verzichten!

natürliche Mittel gegen Zecken bei Katzen

Vor- und Nachteile natürlicher Zeckenmittel

Der Vorteil natürlicher Mittel gegen Zecken bei Katzen liegt auf der Hand: Sie verursachen keine Nebenwirkungen wie z.B. allergische Reaktionen, Juckreiz, Haarausfall etc., die bei der Anwendung von chemischen Präparaten auftreten können.

Natürlichen Mittel gegen Zecken bieten jedoch keinen hunderprozentigen Schutz: Den effektivsten Schutz vor Zecken - wie ihn z.B. die ESCCAP für alle freilaufenden Katzen empfiehlt - bieten die bekannten Spot-On-Präparate. Bei konsequenter Anwendung schützen sie Tier und Mensch sicher vor Parasiten und möglichen Folgeerkrankungen.

Viele Katzenhalter berichten jedoch von positiven Erfahrungen mit einigen natürlichen Mitteln gegen Zecken. Und Tests zeigen, dass man tatsächlich mit bestimmten Hausmitteln die Zahl an Zeckenbissen reduzieren kann. Wer also gerne auf die chemischen Mittel verzichten möchte, kann die Wirkung natürlicher Mittel selbst testen.

Natürliche Mittel gegen Zecken

Knoblauch gegen Zecken

Einige verfüttern Knoblauch an Ihren Vierbeiner, der über Hautausdünstungen die Zecken fernhalten kann. Allerdings ist Knoblauch für Katzen eher ungeeignet - im Extremfall ist bei einer hohen Dosis sogar eine Vergiftung möglich. Auch von den im Handel erhältlichen Tabletten oder Pasten mit Knoblauchextrakten ist daher eher abzuraten.

Als Alternative zur Fütterung kann man etwas ausgepressten Knoblauchsaft in den Nacken der Katze träufeln. So lässt sich auch Durchfall vermeiden, der bei Katzen nach dem Knoblauchverzehr zu erwarten ist.

Kokosöl

Deutlich weniger geruchsintensiv als Knoblauch ist Kokosöl*. Es enthält Laurinsäure, die Zecken von Ihrer Katze fernhält. Reiben Sie dazu eine kleine Menge Kokosöl in den Nacken der Katze und an hervorragende Stellen wie Kopf, Ohren und Rücken. Wiederholen Sie je nach Häufigkeit eines Zeckenbefalls die Prozedur alle 3-4 Tage.

Kokosöl ist nicht gesundheitsschädlich für Katzen. Ihr Vierbeiner kann das Öl also problemlos abschlecken.

Bernsteinketten

Viele vertrauen beim Zeckenschutz auf die Wirkung von Bernsteinketten*, die der Katze um den Hals gelegt werden. Bernstein wird nachgesagt, Zecken über den Geruch fernzuhalten. Die abschreckende Wirkung von Bernsteinketten gegenüber Zecken konnte allerdings in Tests nicht nachgewiesen werden.

Teebaumöl und andere ätherische Öle nicht bei Katzen verwenden

Anders als bei Hunden sind ätherische Öle bei Katzen wie Lavendel, Zitronellen- oder Teebaumöl keine Option, um das Tier vor Zecken zu schützen. Bei Katzen verursachen die hochkonzentrierten Öle Stoffwechselprobleme, die mittelfristig zu Vergiftungserscheinungen führen können. Katzen verdauen die in ätherischen enthaltenen Terpene und Phenole nämlich langsamer als z.B. Menschen und Hunde. Die verzögerte Ausscheidung führt dann dazu, dass sich die Stoffe im Organismus der Katze anreichern. Die möglichen Folgen reichen von Erbrechen und Durchfall bis hin zu einem tödlichen Verlauf.

Fazit

Unbedingt verzichten sollten Sie bei der Bekämpfung von Zecken auf ätherische Öle! Mit Knoblauch, Kokosöl und Bernstein können sie hingegen experimentieren, ohne gesundheitliche Schäden bei Ihrer Katze befürchten zu müssen. Das gilt besonders für Katzen, die vorwiegend in der Wohnung gehalten werden und deshalb der Zeckengefahr kaum ausgesetzt sind. Bei Freigängern sollten Sie nicht vergessen, das Fell Ihres Vierbeiners regelmäßig auf Parasiten zu untersuchen.

Wenn die Maßnahmen nicht zum erfolgreichen Zeckenschutz führen bzw. Ihre Katze trotz der Behandlung mit natürlichen Mitteln viele Zecken mit nach Hause bringt, sollten Sie erwägen, auf konventionelle Zeckenmittel zurückzugreifen.

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